Wie bauen wir in Zukunft?


9. Oktober 2019 Wien Energie lud ExpertInnen aus den Bereichen Stadtentwicklung, Architektur und Energieversorgung zum Gedankenaustausch. Herbert Starmühler moderierte diese Veranstaltung von Wien Energie. Fazit: Gemeinsam können wir die Klimawende meistern und Wien als lebenswerteste Stadt erhalten.

Wie kann die Lebensqualität in Wien erhalten bleiben. Darüber diskutierten Experten für Wien Energie. Foto: Arman Rastegar

Wie kann die Lebensqualität in Wien angesichts der aktuellen Herausforderung erhalten bleiben kann? Welche Maßnahmen sind in der Stadtentwicklung notwendig, damit Wien die lebenswerteste Stadt bleibt? Kann Wien CO2-frei werden?

Die von Wien Energie 2018 vorgestellte Ecofys-Studie kam zu einem klaren Ergebnis: Wien kann bis 2050 CO2-neutral werden. Entscheidend dafür ist die Umstellung des gesamten Energiesystems, also der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität. Wie kann das funktionieren? Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen braucht es dazu? Was kann der Einzelne dazu beitragen? Wir haben für Sie die wichtigsten Erkenntnisse und Forderungen der ExpertInnenrunde zusammengefasst. Unter der Moderation von Herbert Starmühler diskutierten Architektin Ursula Schneider, WBV-GPA Geschäftsführer Michael Gehbauer, Wien Energie-Nachhaltigkeitsexpertin Gudrun Senk und Stadtplanerin Alexandra Madreiter.

Stadtplanung – neue Rahmenbedingungen
In den letzten 20 Jahren haben sich die Rahmenbedingungen für Stadtplanung stark verändert. „Die Planungsprozesse sind viel komplexer und aufwendiger. Es sind mehrstufige Planungsschritte, wobei man sich den Themenkreisen annähert und ExpertInnen hinzuzieht. Wir müssen in der Planung vorausdenken, wie das Endprodukt aussehen kann“, so Alexandra Madreiter. Neben den klassischen Themen wie Höhe, Dichte und Nutzungsmischung sollen heute verstärkt innovative Energieversorgung und Mobilitätskonzepte, Klimawandel-Anpassungsfähigkeit, Regenwassermanagement oder Windkomfort berücksichtigt werden. Da kommt es mitunter zu Zielkonflikten, etwa beim Windkomfort. „Frischluftschneisen sind für die Durchlüftung wichtig, bei Eingängen von Gebäuden oder Schanigärten muss aber auch eine hohe Aufenthaltsqualität gewährleistet werden.“

Gesetzliche Regelungen
Diese komplexe Planung stellt auch für Wien Energie eine Herausforderung dar. „Es ist wichtig, dass zudem die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, welche die Aspekte der Nachhaltigkeit und der Energieeffizienz stärker in den Vordergrund rücken. Wir sehen, dass gut gemeinte Absichten und wichtige Ziele schwierig umzusetzen sind, weil die Energieversorgung für die Bereiche Wohnen, Mobilität, Heizen und Strom in zahlreichen, unterschiedlichen Gesetzen geregelt ist“, erklärt Gudrun Senk. Energie ermöglicht Wohnen, Mobilität, Heizen und Strom, daher sind viele verschiedene Gesetze davon betroffen, von den Wohnbaurichtlinien über das Mietrecht bis zum Eigentumsrecht. Senk: „Ein Vorhaben, ein Viertel nachhaltiger zu machen, involviert viele verschiedene Stakeholder. Daher brauchen wir von Anfang an eine integrierte Planung, unter frühzeitiger Einbindung der Ausführenden, um gemeinsam alle Möglichkeiten auszuloten. So könnten wir einerseits eine nachhaltige Energieanbindung oder innovative Kombinationen von Energietechnologien und andererseits für die Zukunft wichtige Rahmenbedingungen für eine klimafreundliche Stadt entwickeln.“

Die Gedanken der Experten zu den Themen Klimawende, Elektro-Mobilität und Pilotprojekten finden Sie hier. 

 

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Herbert Starmühler moderierte die Veranstaltung. Foto: Arman Rastegar